3. Ordnungsprinzip

Regal mit 3 Fächern mit einer alten Öllampe, Blume, Tee- und Kaffeetassen darauf

Mit dem 1. Ordnungsprinzip und dem 2. Ordnungsprinzip haben wir Ordnung hergestellt. Das dritte Ordnungsprinzip hilft uns, Routinen zu etablieren und die gewonnene Struktur zu erhalten.

Erste Fortschritte genügen

Nehmen wir gleich zu Beginn den Druck raus: Wir müssen nicht die ganze Wohnung komplett durchorganisiert haben, um mit diesem Prinzip zu starten.

Drei Boxen mit Handtüchern, Hängematte und anderem Reisezubehör nebeneinander gestellt. Dazwischen steckt ein faltbarer Wasserkanister und daneben eine Tasche mit Staubsaugerzubehör.
Leeres Kastenfach

Anfangs reicht es völlig aus, einzelne Bereiche durchzudeken, sei es nur eine Schublade oder ein Kastenfach. Ordnung entsteht nicht linear, sondern in lebendigen Schritten, die sich gegenseitig ergänzen. Wir können alle drei Prinzipien ganz in unserem eigenen Tempo anwenden.

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Ist die Ordnung in einem Bereich hergestellt, achten wir darauf, dass diese dort gehalten wird. Es erfordert kaum Aufwand, in meinem Beispiel oben wird ein Kastenfach gezeigt. Im hinteren Bereich des Kastens sind Reise- und Picknickzubehör in Kisten verstaut, welche weniger oft und nur zu bestimmten Jahreszeiten verwendet werden. Davor ist in einem Sack das Staubsaugerzubehör organisiert, welches beim Saugen als ganzes herausgenommen und anschließend wieder zurück gestellt wird. Das Kastenfach kann schnell geleert und jeder Gegenstand mit wenigen Handgriffen entnommen werden. Das Volumen ist gut ausgenützt und durch das frühere Kategorisieren, hat jeder Gegenstand einen festen Platz.

Wenn Ordnung mitdenkt

Versuchen wir Ordnung nicht als einmalige Momentaufnahme zu sehen, sondern als ein lebendiges System, das mit unserem Alltag mit wächst. Wenn wir wissen, wo etwas hingehört, kostet das Zurücklegen keine Willenskraft mehr. Und wenn wir merken, dass sich unsere Gewohnheiten verändern, passen wir das System an uns an, nicht umgekehrt.

Übersichtliche Ordnung entsteht wenn:

  • Dinge klar nach Kategorien geordnet sind.
  • Kategorien einen festen, durchdachten Platz in unserem Zuhause bekommen.
  • Wir wissen, wo was ist und Dinge automatisch am richtigen Ort landen.
  • Routinen uns dabei unterstützen, dieses System ohne großen Kraftaufwand am Laufen zu halten.
segmentierte Küchenlage mit Suppenschöpfer, Kochlöffel und Schneebesen
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Systemische Ordnung ist kein starres Konzept, sondern ein flexibler Rahmen, der uns Klarheit gibt. Regelmäßige Selbstwahrnehmung hilft uns dabei, zu erkennen, was uns in der aktuellen Lebenssituation wirklich wichtig ist.

Wir lassen das System wachsen und passen es unseren Gewohnheiten an. Ändert sich unser Alltag, passen wir das System an diesen an.

Beispiel Sport:
Du merkst, dass du deine Sportsachen nicht mehr im Schlafzimmer brauchst, sondern lieber im Vorzimmer, weil du dort deine Tasche packst? Dann zieht die Kategorie einfach um. Oder Bewahre die Sporttasche immer fertig gepackt auf.

Beispiel Schuhe:
Manchmal ist der Vorraum nicht groß genug für alle Schuhe. Eine logische Lösung wäre, nur die Schuhe im Vorzimmer zu haben, die gerade Saison haben. Im Winter haben Sandalen keine Saison, daher dürfen sie in einer Box in den Schlafzimmerschrank wandern. Umgekehrt Wandert im Sommer die Box der Winterstiefel in den Schlafzimmerschrank.

Beispiel Kinder:
Wenn Kinder älter werden, brauchen sie ihre Bastelsachen vielleicht nicht mehr täglich. Dann sortieren wir diese aus und lagern sie höher oder in einem weniger zentralen Bereich.

Was ist Mental Load?

Mental Load bezeichnet die ständige mentale Dauerpräsenz und die unsichtbare kognitive Arbeit, im Alltag an alles denken zu müssen. Es ist die Last der Alltags- und Familienorganisation, die weit über das bloße Ausführen von praktischen Aufgaben hinausgeht.

Typische Beispiele dafür gibt es viele:
Du hast alle Geburtstage im Blick, planst die Arzttermine der Familie, überlegst dir den wöchentlichen Speiseplan, weißt genau, wann der Kühlschrank leer ist, schreibst die Einkaufsliste und besorgst nebenbei noch das Geschenk für die Schwiegermutter. Diese endlose To-do-Liste im Kopf sorgt dafür, dass das Gehirn nie wirklich Pause hat und ununterbrochen weiterarbeitet.

Routinen etablieren, die wirklich zu dir passen

Wenn wir einmal ein funktionierendes System geschaffen haben, werden viele Handgriffe automatisch. Das spart nicht nur Zeit, sondern vor allem mentale Energie. Wir müssen nicht mehr jedes Mal neu entscheiden, wohin etwas gehört. Unser Zuhause wird zu einer Umgebung, die uns aktiv unterstützt, statt uns zu belasten.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Schaffen und dem Halten von Ordnung. Ordnung zu schaffen ist ein Projekt. Ordnung zu halten ist eine Einstellung. Struktur wird dann ein wertvoller Teil unseres Lebens, wenn sie ohne Aufwand funktioniert. Nicht durch Zwang, sondern durch wiederholte Handlungen, die sich organisch in unseren Tag einfügen.

Die Wäscheroutine 

Vorsortieren spart uns später Zeit und Nerven. Wir nutzen dafür am besten einen geteilten Wäschekorb, zum Beispiel für Dunkles, Helles und Feinwäsche. So entfällt das mühsame Sortieren vor der Waschmaschine und die Wäscheecke bleibt immer strukturiert, ganz ohne Zusatzaufwand.

Die Müllroutine 

Wenn wir die Wohnung verlassen, eignet sich dieser Moment perfekt, um Wege doppelt zu nutzen. Wir nehmen volle Müllbeutel direkt mit. So verhindern wir die unnötige Anhäufung von Müll und müssen nicht extra deswegen hinausgehen.

Die Badroutine 

Nach dem Zähneputzen oder Duschen wischen wir die nassen Armaturen und Glasflächen einfach kurz mit dem Handtuch ab. Das dauert nur Sekunden, verhindert aber effektiv die Bildung von Kalkablagerungen und Wasserflecken. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Armaturen glänzen immer und wir müssen viel seltener putzen.

Die Raumwechselregel

Wir nutzen unsere Wege als Ordnungshilfe. Wenn wir von einem Raum in den anderen gehen, nehmen wir ein bis zwei Dinge mit, die dort nicht hingehören, und verstauen sie auf dem Weg an ihrem Platz. So entsteht ganz nebenbei und ohne extra Zeitaufwand eine dauerhafte Grundordnung.

Gemachtes Bett mit hölzernem Kopfteil und Bild eines Sessels auf einer Verande: Künstlerin: Franka Rothaug

Die Bettroutine

Wir nehmen uns morgens kurz Zeit um das Bett zu machen und schaffen so die Grundlage für visuelle Klarheit. Dabei sprechen wir drei Mal lächelnd aus: „Heute wird ein guter Tag“. Dieser kleine Erfolg stärkt bei konsequenter Anwendung den mentalen Fokus für den Tag.

Kleiner Handgriff mit großer Wirkung

Sockenclips oder Sockenklammern machen die Wäscheroutine noch entspannter. Wer sich angewöhnt, Socken bereits beim Ausziehen paarweise zusammenzuklammern, spart sich später das Sortieren und die Suche nach dem verlorenen Partner. Es werden das Aufhängen sowie das Abnehmen optimiert, da wir immer direkt das zusammengehörige Paar greifen. Das ist effizient und einfach.

Mentale Ordnung für einen freien Geist

Wenn wir unsere Routinen einmal fest im Alltag verankert haben, weicht die Anstrengung einer neuen Leichtigkeit.

Dekorationskiste, Mit künstlichen Pflanzen, Holzschale, Holzpuppe und Papiertasche darin.
  • Dinge bleiben automatisch dort, wo sie hingehören.
  • Das Aufrechterhalten von Ordnung erfordert kaum noch nennenswerten Aufwand.
  • Die Zeit, die wir sonst mit Suchen und Aufräumen verbracht haben, steht uns endlich für die schönen Dinge des Lebens zur Verfügung.

Viele Menschen erleben Alltagsstress nicht nur durch das Tun, sondern weil sie zu viel im Kopf behalten müssen. Wir tragen ständig einen unsichtbaren Denkrucksack mit uns herum: Einkäufe, Termine, Wäscheberge, anstehende Geburtstage, offene Rechnungen, das Putzen sowie all die Aufgaben rund um Kinder und Haustiere. In der Psychologie nennen wir diesen unsichtbaren Stress Mental Load. Gemeint ist die mentale Belastung, an alles denken zu müssen, nicht die Tätigkeit selbst.

Rollenbilder und Verantwortung gemeinsam neu denken

Wenn wir mit anderen zusammenleben, entsteht oft unbewusster Druck durch eine ungleiche Verteilung der Aufgaben. Meistens stecken wir in alten Mustern fest, ohne diese zu hinterfragen. Wird das Ungleichgewicht angesprochen, wird das oft fälschlicherweise als Kritik verstanden. Dabei geht es nur um eine faire Aufteilung der Kapazitäten. Wenn wir den Alltag gemeinsam planen, wird der Beitrag jedes Einzelnen sichtbar und wertgeschätzt. Das nimmt die Reibung aus dem Zusammenleben und schafft wertvollen Freiraum für die Beziehung. Anstatt uns über unerledigte Handgriffe zu ärgern, gewinnen wir echte Lebenszeit für die schönen Momente zu zweit.

Kohlezeichnung: 2 Katzen, Künstlerin: Franka Rothaug. Mit Schriftzug: Dreamwork makes the dreamwork

Ein Kernproblem des Mental Loads ist seine Unsichtbarkeit. Wenn wir versuchen unsere Mitmenschen in die Alltagsorganisation miteinzubeziehen, tappen wir oft in eine Falle: Wir geben zwar die praktische Ausführung ab, behalten aber die geistige Verantwortung dafür. Wer die Listen schreibt und anderen sagen muss, was zu tun ist, fungiert als Projektleitung und hat damit nie Pause. Echte Entlastung entsteht erst, wenn nicht nur Handgriffe verteilt, sondern die komplette Verantwortung für Aufgabenbereiche abgegeben werden kann (natürlich kann man seine Mitmenschen unterstützen, indem man z.B. Küchenrollen auf die Einkaufsliste setzt, wenn man die Letzte zur Verwendung heranzieht).

Das klingt in der Theorie oft leichter, als es in der Praxis tatsächlich ist. Es erfordert von der bisher passiven Seite die echte Bereitschaft, sich einzubringen, und von der bisher aktiven Person einen Vertrauensvorschuss sowie das Loslassen, um die Verantwortung wirklich abzugeben. Dabei ist es entscheidend, dass einmaliges Vergessen nicht vorgehalten wird und die eigenen Standards nicht auf die andere Person übertragen werden. Es geht darum, Aufgaben auf die eigene Weise erledigen zu lassen. Am Ende zählt nur, dass das System zuverlässig funktioniert und für alle Beteiligten spürbar ist, dass die neue Verantwortung ernst gemeint und verbindlich übernommen wird.

Unser mentales Entlastungssystem

Um den Mental Load zu reduzieren und den Kopf wieder freizubekommen, helfen folgende Schritte:

Wimmelbild mit Kochtopf, Zutaten, Hantel, übergehender Wäschekorb, Geschirrspüler, Staubsauger, Spiel, Geburtstagstorte und Geschenken, vollem Einkaufswagen, Putzsachen und Autowerkstatt darauf.

1. Mach dir Listen 

Werde dir bewusst, welche Aufgaben im Alltag anfallen, und schreibe diese konsequent auf. Mein persönlicher Favorit ist die digitale Liste auf dem Smartphone. Das Handy ist fast immer griffbereit, im Gegensatz zum Notizblock. Eine digitale Liste ist kostenlos, kann nicht verloren gehen und bietet die nötige Flexibilität, um schnell auf Änderungen zu reagieren. Das schafft Sicherheit.

2. Ein gemeinsames System entwickeln

Überlege dir gemeinsam mit PartnerIn, Familie oder MitbewohnerInnen ein System, das ihr gemeinsam umsetzen könnt. Das wichtigste ist Kommunikation und ein Kommunikationsmittel, auf das jeder einfach zugreifen kann, wie z.B. ein geteilter Kalender oder eine gemeinsame Einkaufsliste. So wird die Verantwortung logisch auf mehrere Schultern verteilt und lastet nicht mehr nur bei einer Person. Das schafft ein stabiles Fundament für alle und wirkt sich positiv auf Beziehungen aus.

Neonbannder, Mit Schriftzug: together easy und einschlagenden Händen.
sortierte Regalfächer mit diversen Reinigungsutensilien, Waschmitteln und Aufbewahrungskartons.

3. Wissen teilen und den Haushalt kennen lernen

Wer mit der anfallenden Hausarbeit und den verwendeten Mitteln nicht vertraut ist, kann die Arbeit buchstäblich nicht sehen. Man kann nicht wissen, dass etwas fehlt oder getan werden muss, wenn man die Abläufe nicht kennt. Teilt euer Wissen aktiv:

  • Welche Putzmittel werden wofür verwendet?
  • Welches Waschmittel wird für welche Wäsche verwendet?
  • Wie bediene ich die Waschmaschine oder den Trockner richtig?


Nur wer Bescheid weiß, kann Verantwortung übernehmen.

4. Selbstfürsorge ernst nehmen

Ein wesentlicher Schritt, um Überlastung vorzubeugen, ist die Zeit, die wir uns ganz bewusst für uns selbst nehmen. Jeder Mensch hat Bedürfnisse, und für ein gesundes, stabiles Fundament ist es notwendig, diesen Raum konsequent einzuplanen. Momente, in denen wir dem Alltagsdruck entkommen, sind keine egoistischen Handlungen, sondern das Auffüllen notwendiger Energiespeicher. Egal ob ein Treffen mit Freunden, eine Runde Sport, ein Spaziergang oder einfach ein ruhiger Abend. Diese Pausen sorgen dafür, dass wir mit mehr Klarheit und Kraft durch den Alltag gehen können. Es geht darum, die eigene Kapazität und Lebensqualität langfristig zu sichern.

Das ist keine Belohnung, sondern logische Notwendigkeit.

Kater Charly schläft zugedeckt auf der Couch

Structure Your Life steht für das bewusste Gestalten des Alltags. Mit einer durchdachten Logik, die sich flexibel an unser Leben anpasst, und bodenständigen Gewohnheiten schaffen wir eine Ordnung, die nicht nur sichtbar ist, sondern spürbar wirkt. Es geht darum, die eigenen Ressourcen klug zu nutzen und durch klare Abläufe echte Kapazitäten zurückzugewinnen. So entsteht jeden Tag ein bisschen mehr Freiraum für die Dinge, die wirklich zählen. Effizient und easy…

Möchtest du zuerst schnell augenscheinliche Ordnung schaffen, dann schaue hier zum 1. Ordnungsprinzip.
Oder durch Bewusstsein und Aussortieren mehr Volumen gewinnen … hier gehts zum 2. Ordnungsprinzip.